Fairer Schwabacher Lebkuchen

Fair durch die Weihnachtszeit in Schwabach

Pünktlich zur Weihnachtszeit ging Ende November 2021 der erste faire Schwabacher Lebkuchen in den Verkauf. Die Idee dazu hatte die Schwabacher Fairtrade-Gruppe, in Zusammenarbeit mit einer lokalen Bäckerei in Unterreichenbach. Die Zutaten der beliebten Weihnachtsleckerei sind überwiegend fair, bio und regional erzeugt – mit Haselnüssen aus Oberreichenbach sowie Apfelsaft und Dinkelvollkornmehl aus Gustenfelden. Wo möglich, wurden die weiteren Zutaten fair im Eine-Welt-Laden Schwabach eingekauft. So stammt der Rohrohrzucker aus einer Kleinbauern-Kooperative aus Paraguay, der Bio-Honig von kleinen Imkereien aus Mittelamerika und das Kakaopulver aus Bolivien.

„Der Lebkuchen ist ein ideales Geschenk vor Weihnachten. Es war schön zu sehen, wie der Faire Lebkuchen von den SchwabacherInnen angenommen wurde. Die Zusammenarbeit mit den Teams des Eine-Welt-Ladens und der Bäckerei Sproßmann hat sehr viel Spaß gemacht. Nichtsdestotrotz war es auch eine große Herausforderung die benötigten Mengen richtig einzuschätzen und immer genügend Ware vor Ort zu haben“, so Andrea Lorenz, Fairtrade Beauftrage der Stadt Schwabach.

„Der Faire Lebkuchen ist eine Herzensangelegenheit. Ich war sofort bereit bei der Idee mitzumachen, habe mir eine Rezeptur überlegt und mit meinem Team die ein oder andere Extra-Schicht dafür eingelegt”

Martin Sproßmann, Bäckerei Sproßmann in Unterreichenbach

Beschafft von:

Fairtrade Town Schwabach

Artikel:

Lebkuchen

Besonderheiten:

faire und regionale Zutaten, nachhaltige Verpackung

Vorgehen

Die Idee vom Fairen Schwabach Lebkuchen bis hin zur Umsetzung entstand in einem Dreier Team – involviert waren Fairtrade-Beauftragte der Stadt Schwabach Andrea Lorenz, der Bäcker Martin Sproßmann sowie Ingrid Ittner-Wolkersdorfer vom Eine-Welt-Laden Schwabach. Während die Bäckerei an der Rezeptur arbeitete, kümmerten sich Stadt und Eine-Welt-Laden um die Themen Verpackung, Zutaten, Design und Vermarktung. In einem mehrmonatigen Prozess arbeitete das Team auf die Einführung des Lebkuchens zur Weihnachtsaison 2021 hin. Angeboten wurde der Lebkuchen zum Verkauf schließlich im Bürgerbüro im Rathaus, in einer Buchhandlung, in Hof- und Bauernläden, einer Gärtnerei sowie dem Eine Welt-Laden Schwabach und in der Bäckerei selbst.

Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung 

  • Austausch und Vernetzung: In den Städten Nürnberg und Erlangen gibt es bereits seit einigen Jahren bio-fair-regionale Lebkuchen. Die Beispiele dienten Schwabach als Inspiration und es fand ein wertvoller Austausch mit den dortigen AnsprechpartnerInnen statt. Zum Beispiel zu Fragen wie nachhaltige Verpackungsmöglichkeiten und Design. Auch die Angebote von Fairtrade Deutschland trugen zum Erfolg bei, so konnte ein Aufsteller zum Schwabacher Lebkuchen inspiriert von einer Vorlage gestaltet werden.
  • Mitarbeitenden-Geschenk: Der Faire Lebkuchen wurde durch Schwabacher Oberbürgermeister Peter Reiß als Weihnachtsgeschenk an alle Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die StadträtInnen sowie Hilfsorganisationen und Feuerwehr verschenkt. Dies war nicht nur Wertschätzung der geleisteten Arbeit, sondern diente auch der Bekanntmachung des neuen Lebkuchens. Das Geschenk wurde sehr positiv angenommen.
  • Regionale Kooperationen: Als besonders erwähnenswert gilt die Kooperation mit verschiedenen regionalen Akteuren, die zum Gelingen der Rezeptur mit hochwertigen fairen und regionalen Produkten beitrug.

Lernerfahrungen und Herausforderungen

  • Zeitfaktor: In Schwabach dauerte der Prozess von der Idee zur Einführung von März bis November 2021, es wird daher empfohlen bereits im Frühjahr eines Jahres mit den Überlegungen zu starten, wenn Ende des Jahres eine Markteinführung angestrebt wird.
  • Aktionen: Pandemiebedingt konnten nicht alle Aktionen rund um den neuen fairen Lebkuchen wie geplant umgesetzt werden, wie zum Beispiel ein Lebkuchenverkauf in Kooperation mit den Fairtrade Schulen am lokalen Weihnachtsmarkt.
  • Nachhaltige Verpackung: Die Recherche nach einer nachhaltigen Verpackungsoption gestaltete sich als aufwändiger als zunächst angekommen. Wichtig war, die Eigenschaft der Frischhaltung, die Größe und der Preis. Ausgewählt wurden schließlich abbaubare Cellophan-Tütchen, die mit einem Etikett versehen wurden, das in einer Öko-Druckerei gedruckt wurde. Die bestellte Cellophanverpackung stellte sich im Nachhinein als nicht geeignet heraus, da der Lebkuchen schnell an Feuchtigkeit verloren hat und teils hart wurde. Für die nächste Saison hat sich das Team daher weitere Recherche vorgenommen, inwieweit man auf Plastik verzichtet und eine ökologisches Verpackung finden kann.

Ansprechpartner & Presse

Weitere Informationen

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Für diese Fragen steht Ihnen der Kompass Nachhaltigkeit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH zur Verfügung.