Nachhaltige Beschaffung

Gemeinsam für eine verantwortungsvolle Kommunalbedarfsdeckung 

 

Mit der Ausszeichnung zur Fairtrade Region haben sich die Kommunen der Metropolregion Nürnberg zum Ziel gesetzt den Fairen Handel und auch die nachhaltige Beschaffung voranzubringen. Dazu wurde Ende 2017 eine Förderung zur 'Entwicklungsagentur Faire Metropolregion' aus Bundesmitteln beantragt und auch bewilligt.

Zu ihrem Auftakt führte die Entwicklungsagentur 2018 deshalb zunächst eine metropolregionsweite Umfrage zur kommunalen Beschaffungspraxis durchgeführt. Diese hat gezeigt, dass bereits einige gute Ansätze in den Kommunen der Metropolregion Nürnberg vorhanden sind, jedoch auch noch viel Potential und vor allem Informationsbedarf bei den einzelnen Kommunen besteht. Eine Präsentation erster Ergebnisse dieser Umfrage sind hier zu finden.

Auf Grundlage der weiteren Diskussionen bei den Austausch- & Netzwerktreffen ist deshalb in der Reihe 'So fair ist die Metropolregion Nürnberg' auch ein Factsheet Nachhaltige Beschaffung entstanden.

Aktuelle Informationen zum Engagement der Fairen Metropolregion im Bereich der nachhaltigen Beschaffung finden sich im nachfolgenden Infokasten.

 

 

Pakt zur nachhaltigen Beschaffung in den Kommunen der Metropolregion Nürnberg 

Gemeinsame Zielsetzung des Rates der Metropolregion

 

In der Sommer-Ratssitzung 2019 haben die kommunalen Vertreter der Metropolregion die Ziele zur nachhaltigen Beschaffung nochmals bestätigt und ausgeweitet. Die Ratsmitglieder sprechen sich für entsprechende Beschlussfassungen zur nachhaltigen Beschaffung in den Kommunen, einer Steigerung des Anteils nachhaltiger Produkte in der kommunalen Beschaffung sowie einer strukturierten Erfassung nachhaltiger Produkte in der kommunalen Beschaffungspraxis der Metropolregion aus.

Lesen Sie mehr zu den detaillierten Zielsetzungen des Paktes sowie zu den einzelnen Umsetzungsschritten ...

Was versteht man unter nachhaltiger Beschaffung?

Unter nachhaltiger Beschaffung durch öffentliche Auftraggeber versteht man einen Prozess, Produkte und Dienstleistungen zu beschaffen, die von der Herstellung bis zur Entsorgung, unter Berücksichtigung sozialer, ökologischer und ökonomischer Aspekte, geringere Folgen für die Umwelt haben, als vergleichbare Produkte und Dienstleistungen.

(Quelle: KNB - Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung)

Warum kommunal nachhaltige Beschaffung?

In Behörden und Verwaltungen, den kommunalen Eigenbetrieben oder auf indirektem Wege über Sachaufwandsträgerschaften ergibt sich für die öffentliche Hand eine Vielzahl an Bedarfen, die über entsprechende Beschaffungen gedeckt werden müssen. Aus verschiedenen Analysen zur Höhe der Beschaffungen ergeben sich Zahlen zwischen 300 und 350 Milliarden Euro für die öffentlichen Auftraggeber bundesweit - rund die Hälfte allein für die Kommunen.


Dabei sieht sich die öffentliche Beschaffung nicht nur in der Pflicht sparsam und transparent mit den Steuereinnahmen ihrer Bürger umzugehen, sondern hat angesichts globaler Produktions- und Herstellungsprozesse auch wichtigen Einfluss auf weltweite Arbeitsschutz- und Menschenrechtsbedingungen sowie die Einhaltung von Umweltschutzmaßnahmen in der Auswahl der Bedarfsprodukte und -dienstleistungen.


Die bewusste Entscheidung ökologische und soziale Kriterien bei der kommunalen Beschaffung anzulegen, bedeutet den Anbietern einen deutlichen Anreiz in Richtung zukunftsfähiger Wirtschaftsweise zu geben sowie den eigenen Bürgerinnen und Bürgern mit gutem Beispiel in Sachen nachhaltiger Lebensweise voranzugehen.

 

Wie nachhaltige Beschaffung einbinden?

 

 

Rechtliche Rahmenbedingungen für die nachhaltige Beschaffung nutzen

Während in der Vergangenheit der Fokus auf einer möglichst preisgünstigen Beschaffung öffentlicher Güter lag, ist mit den Novellierungen der EU- und den bundesdeutschen Vergabegesetzen in den letzten Jahren ein Paradigmenwechsel eingetreten. Inzwischen ist das beste Preis-Leistungsverhätnis als Entscheidungskriterium in der öffentlichen Beschaffung angelegt.

Grundsätzlich können damit sowohl bei Direktvergaben, Verhandlungsvergaben und nationalen wie EU-weiten Auschreibungen öko-soziale Kriterien berücksichtig werden. Es ist inzwischen möglich in jedem Schritt des Beschaffungsprozesses – von der Bedarfsfeststellung bis zum Produkterhalt - ökologische und soziale Gesichtspunkte heranzuziehen.

Wo finde ich mehr?

Kompass Nachhalitgkeit


Der Kompass Nachhaltigkeit ist ein gemeinsames Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt(SKEW). Das Webportal bietet umfangreiche Informationen zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Es hilft bei der Identifizierung passender Standards und dem Vergleich von Siegeln in verschiedenen Produktbereichen. Die Seite wird stetig um Praxisbeispiele, Anbieter und neue Inhalte erweitert.
 

Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung


Die Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung ist die zentrale Beratungs- und Informationsstelle auf Bundesebene. Sie unterstützt alle Beschaffenden, auch auf Länder und kommunaler Ebene. Hier fi nden Sie Informationen zu den neusten gesetzlichen Entwicklungen auch beispielhafte Ausschreibungsunterlagen, Angebote für Schulungen und länderspezifische Regelungen, Leitfäden und Praxisbeispiele.