2022 aktuell 0€
Projektbeispiel Spielzeugmuseum Nürnberg
Nachhaltigkeitsstrategie und Gemeinwohlbilanz im Spielzeugmuseum Nürnberg

Das Museum auf dem Weg zur Umsetzung der Agenda 2030

Was Museen tun und zeigen, gilt als richtig und wichtig. Museen wird deutlich mehr Glaubwürdigkeit entgegengebracht als allen anderen Medien und Medien-Institutionen. Deshalb müssen die Menschen, die für Museen arbeiten, eine klare, reflektierte und selbstkritische Haltung an den Tag legen.

Das international bekannte, kommunal getragene Spielzeugmuseum Nürnberg verbindet mit seiner neuen Nachhaltigkeitsstrategie die Jahrhunderte alte Spielzeugtradition der Stadt mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, der Agenda 2030. Als Emotionales Weltmuseum stärkt es die Zukunftsfähigkeit von Stadt und Gesellschaft in dem es spielerischen Mut zur verantwortlichen Weltgestaltung und das Verständnis für ein gelingendes menschliches Miteinander fördert.

Im Mai 2021 veröffentlichte das Museum als erstes Museum bundesweit seine Nachhaltigkeitsstrategie, ein Leitbild sowie das dazugehörige Gesamtkonzept zur Umsetzung. In einem partizipativen Prozess wurden für alle 17 Ziele der Vereinten Nationen Maßnahmen definiert, die bis 2030 im Museum umgesetzt werden sollen. Das Spielzeugmuseum nutzt für die Umsetzung der 17 SDGs das Arbeitsinstrument der Gemeinwohl-Bilanz (GWÖ). Diese ist ebenfalls 2021 erstmals erarbeitet und zertifiziert worden. Künftig wird das Museum routinemäßig alle zwei Jahre seinen konkreten Beitrag zum Gemeinwohl sichtbar und messbar machen.

Eine wichtige Rolle spielen im Gesamtprozess das SDG 4 – hochwertige Bildung und das SDG 12 – nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion. Bei Letzterem geht es um die Frage, unter welchen Bedingungen die Ausstattung sowie die Produkte und Dienstleistungen, die das Museum einkauft produziert werden. Das Spielzeugmuseum ist bereits Mitglied in der Fair Toys Organisation e.V. und setzt sich für die Entwicklung und Vergabe eines Siegels ein, welches glaubwürdig für eine weltweit faire und umweltfreundliche Spielwarenproduktion steht. Folgende Maßnahmen sind im Spielzeugmuseum zum SDG 12 bis 2030 geplant:

  • Erstellung einer Gemeinwohl-Bilanz (GWÖ) zur Beschreibung und Messung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Museums
  • Veröffentlichung der Gemeinwohl-Bilanz im Turnus von jeweils zwei Jahren
  • Fortlaufende qualitative Erhöhung der Nachhaltigkeitsstandards für Rohware, Produkte und Dienstleistungen für den Ausstellungsbereich mit einer Belastung von jährlich 120.000 Besucherinnen und Besuchern
  • Kontinuierliche Optimierung der Nutzung von bereits gebrauchtem Ausstellungsmobiliar bzw. der Wiederverwendung vorhandener bereits verwendeter Elemente
  • Engagement für den Einkauf zertifizierter nachhaltiger Produkte über die Vergabe der Abteilung Zentrale Dienste der Stadt Nürnberg
  • Verpflichtung des Pächters des Cafés im Spielzeugmuseum für das Angebot von Produkten aus regionaler Produktion

Beschafft von

Spielzeugmuseum Nürnberg
KarinFalkenberg_Museumssäule_kleines Format

Stimmen der Beteiligten

„Mit dem Spielzeugmuseum können wir neue Geschichten erzählen und ein frisches Storytelling entwickeln, das allen Besucherinnen und Besuchern Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielend vermittelt."
Prof. Dr. Karin Falkenberg, Museumsleitung Spielzeugmuseum, Stadt Nürnberg

Kultur ist Vision unseres Lebens. Und Spielen ist unsere Methode

Die Frage, ob wir Menschen lernfähig sind, ist längst beantwortet. Wir sind es. Bis ins hohe Alter ist unser Gehirn lernfähig. Viel wichtiger ist die Frage: Sind wir lernwillig? Dank seiner Plastizität können wir unser Gehirn trainieren wie einen Muskel – und dafür ist es nie zu spät. Lebenslanges Lernen heißt spielend lernen und spielend arbeiten und wirtschaften. Denn Gesundheit, auch die unseres Planeten, lässt sich nicht objektiv messen. Doch wir können mit Thomas von Aquin (1225 – 1274) festlegen: „Kein Gewinnstreben darf dazu führen, dass es die Schwächsten oder die Allgemeinheit schädigt.“

Weltweit haben Menschen das Zeug zum Spielen. Im Spiel und mit Spielzeug begreifen wir die Herausforderungen der Welt im Kleinen und übertragen sie auf die große Welt. Individuell, gesellschaftlich und global entwickeln wir neue Spielregeln, um nachhaltig zu wirtschaften und zu leben. Wie Klimaschutz vergnüglich und spielend zur Lobbyarbeit für alle wird, zeigt das Konzept des „Emotionalen Weltmuseums“ exemplarisch am Spielzeugmuseum. Eine Finanzierungszusage zur Fertigstellung der bereits zu ¼ begonnenen Neukonzeption liegt aktuell – November 2022 – noch nicht vor.

So wird das Spielzeugmuseum kooperativ nachhaltig

  • Entwicklung eines Leitbildes, an dem sich alle für das Museum Tätigen orientieren.
  • Begleitung, Beratung und Unterstützung im Prozess durch Karin Gleixner, Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik in Kooperation mit dem Referat für Umwelt und Gesundheit
  • Wissenschaftliche Begleitung des Projektes sowie Gestaltung partizipativer Workshops durch Prof. Dr. Frank Ebinger, Technische Hochschule Nürnberg
  • Definition konkreter Ziele, die mit Indikatoren messbar gemacht werden
  • Transparente Berichterstattung, die alle 2 Jahre veröffentlicht wird

 

Ziele sind nur dann Ziele, wenn sie definiert sind. Sonst sind es Wünsche. Ziele werden erreichbar, wenn wir messen und vergleichen, wie viel besser wir schon im Vergleich zum Vorjahr geworden sind. Bei der globalen Klimakrise und den 17 SDGs der Vereinten Nationen sind dies die wesentlichen Schritte, denn als Weltgemeinschaft haben wir nicht mehr viel Zeit, um den Klimawandel zu verlangsamen. Nachhaltiges Wirtschaften ist ein definiertes Ziel im Spielzeugmuseum, denn eine gelingende Kreislaufwirtschaft ist zugleich ein gelebter und gelingender Generationenvertrag.

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Ansprechpartner & Presse
Prof. Dr. Karin Falkenberg

Museumsleitung / Director
Spielzeugmuseum / Toy Museum
Karlstraße 13 - 19, D - 90403 Nürnberg

Telefon: +49 (0) 911 231 32 60
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